Por la noche

Grade ist es so:

Ich weiß nicht, wie du aussiehst, wenn du lachst; dieses Blog hinschmeißen will ich immer noch nicht; in einen Zeitungsartikel dürfen keine Strichpunkte, dabei lieb ich die; in drei Tagen werden zwei Personen auf dieser Erde um einiges schlauer sein; und vielleicht habe ich heute den Jungen mit den grünen Augen zum letzten Mal gesehen, das wäre immerhin möglich und sogar einigermaßen wahrscheinlich, und bei all der Entfernung zwischen uns ist das dennoch eine merkwürdige Sache. Ich hab mich fünf Jahre lang an ihn gewöhnt, ich kenn ihn so gut, ich kann auf jeden Druck seiner Hand, jede Bewegung seines Armes, jedes Zögern, jede Andeutung eines Schritts, jede Muskelanspannung reagieren, wir sind ein so hermetisches Ganzes geworden in all der Zeit - aber vermissen werd ich ihn nicht, und das ist die traurige Wahrheit. (Und wenn doch, dann nur selten.)

Ansonsten glaube ich, dass diese Sache mit dem Journalismus ein bisschen brotlos ist und ein elender Bürojob; aber ein Bürojob mit Unterbrechungen und einer, den ich mir vorstellen kann, jedenfalls denk ich das nach einer Woche Praktikum.

Und in drei Tagen, so kurz nur noch, mind you!, hab ich eine lange Fahrt wahrscheinlich schon hinter mir, was das Ende von mehreren Stunden Bauchweh und den Anfang von weißderTeufelwas bedeutet.

Und der gestrige Abend war so unwirklich, so traum- und alptraumhaft, so blind hab ich ihn durchlebt, dass er mir heute erst spät wieder einfällt und ich ganz überrascht bin, als ich denke: da war der See unter dem wolkigen Himmel, das warme Wasser, die Stimmen am Ufer, über mir Grau, Gold und Weiß, den ganzen See durchschwommen, um eine Taubheit zu durchbrechen, die sich nicht abschütteln lässt, dafür zu viele Menschen; und dann später das Gewitter, der plötzliche Wind, der Regen, der in dem Moment einsetzt, in dem ich auf die Straße nach Hause einbiege, als hätte er nur für mich noch ein paar Minuten gewartet.

15.7.10 22:54
 


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