Lluvia

Froh über den Regen, weil er die ganze Nacht da ist und sich auf meinem Dachfenster unterhält, wer weiß, worüber; nicht mit mir, aber trotzdem ist es, als säße jemand Vertrautes gleich nebenan, in Rufweite, die ganze Nacht geht das so - bei jedem Mal, das ich aufwache, das gleichmäßige Murmeln, aus dem die Welt jetzt besteht, im Dunkeln, im ersten Grau des Morgens, bei Tageslicht, immer ist da der Regen, bleibt auch noch zum Frühstück, sollte dann gehen und tut es nicht; aber er macht alles ein bisschen leichter, weil er mir all das abnimmt, was in mir müde und traurig ist und es in all seinem Fallen zum Ausdruck bringt, sodass ich mich nicht mehr darum zu kümmern brauche, und ich fühl mich weniger allein, ein bisschen getröstet.
18.6.10 09:45


Makes no sense at all

Nichts. Nichts. Nichts, nur ein leergeweinter Kopf und so müde Augen und alles in mir ist ein einziger großer Knoten und geradeaus sehe ich ganz genau einen Schritt weit und dann ist dunkel - so dunkel, dass ich nicht sagen kann, ob ich im nächsten Moment zehn Meter tief auf die Schnauze fallen werde, oder gegen eine Betonmauer laufen, oder ob doch alles gut ausgeht, und ich hab keine Ahnung, woher das alles so plötzlich gekommen ist.
14.6.10 21:28


Mayday!

Ich bin so durcheinander, völlig euphorisch, im nächsten Moment stürze ich in Abgründe und finde das alles nur sinn- und zwecklos, ich halte ein Papier in Händen und o Gott, o Gott, ist mein Abi gut, nicht das Zeugnis, aber mein Abi, ich freu mich, ich freu mich, aber wohin damit, wohin bloß? Und alles gleichzeitig, das Zeugnis und was ich damit machen soll, und die Prüfung (und du auch), und Wünsche, Wünsche, Wünsche, Zukunft ist das absolute Chaos und alles muss so schnell gehen, ich soll, ich soll, ich soll - aber was will ich denn!, haltet an, haltet an, damit ich's mir überlegen kann, aber keine Zeit und ich stürze immer noch aus dem Himmel und wieder zurück und bin - oh, ich weiß nicht, aber ich will schreien, schreien, das alles kann unmöglich in mir drin bleiben, das ist so viel und so wild, weinen, lachen, singen, schreien, alles gleichzeitig und nichts davon!
14.6.10 13:07


Andererseits

Eh, nicht im Ernst. Nicht im Ernst nochmal drei Jahre zuhören, mitschreiben, arbeiten für und an irgendwas, das doch nie ganz das Wahre ist - muss das? Muss es wieder eine Ewigkeit lang so abstrakt und theoretisch und überhaupt so sein, dass es mit mir gar nichts zu tun hat? Oder mit der Welt und dem Leben, soll ich jetzt wirklich die nächsten drei Jahre freiwillig in einem Pappkarton verbringen, wo ich grade aus dem einen raus bin? Ist doch scheiße.
13.6.10 16:34


Heute morgen hätte ich beinahe überfahren: eine Katze, einen Vogel, einen Motorradfahrer. Es ist kühl, ich bin müde, ich will Winterschlaf mitten im Sommer.
13.6.10 10:52


Sometimes you get so lonely

Warum hört mich niemand, wenn ich rufend durch die Nacht laufe, weil sie so mild ist, dass sie allein unmöglich zu ertragen wäre, warum merkt niemand, dass ich da bin und nur ein bisschen reden möchte, warum sieht keiner, dass man diese hohen blauen Tage gemeinsam verbrennen muss, damit man nicht selber Feuer fängt? Ich brenne schon.
11.6.10 08:58


Note

Ich bin wohl keine Anlaufstelle für gestrandete Seelen. Das überfordert und irritiert bloß und ist mir wirklich viel zu viel.
9.6.10 20:48


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