Ich frag mich.

Würdest du das verstehen – würdest du das Mädchen verstehen, das sich in der glühenden Hitze neben den Hund ins gemähte Gras geworfen hat, unter der Sonne auf dem Rücken liegt, während der Hund auf einem Ball kaut, und glaubt, dass dieser Moment einer von denen ist, auf die es ankommt?

Auch das Mädchen, das nach der Zeugnisübergabe allein nach Hause läuft, die Schuhe mit den hohen Absätzen in der Hand, barfuß mitten auf der Straße, und die Sterne um Antworten bittet auf die Fragen, die die Straßenlaternen stellen?

Und auch das Mädchen, das glaubt, dass ein Raum voller Menschen nichts bedeutet, wenn all diese Menschen nur leere Hüllen ohne Geist und Rückgrat sind, und dass die Gesellschaft von zweien, die etwas zu sagen haben, besser ist, als das letzte Mal zusammenzusitzen mit diesen leeren Leuten, und dass auch die Gesellschaft von überhaupt niemand besser wäre als das?

Würdest du?

30.6.10 11:46


An occasional dream

Diese Bekanntschaft ist ein merkwürdiger Zufall und außerdem brüchig, weil wir sie beide nicht allzu pfleglich behandelt haben, aber gleichzeitig ist sie ziemlich unterhaltsam - dass mir abgesehen davon etwas an ihr liegt, merke ich erst, als er mich im Vorübergehen grüßt, so albern wie flüchtig, ohne stehen zu bleiben, irgendwas zu sagen, wenigstens eine Antwort abzuwarten, und gleich wieder verschwunden ist, mich stehenlässt mit meiner Freude und Empörung, und ich muss zugeben, es ist wahr, dass ich ihn mag, wenn er nichts getrunken hat.
29.6.10 15:51


Jazz and Cocktails

Ich liebe an dem Rennrad auch die Präzision, mit der alles passiert, das Hinuntergreifen zur Schaltung, längst blind, das exakte Einrasten der Kette, ich liebe, wie eng das Rad sich um Kurven schlingen lässt, wie leicht ich damit weite Strecken zwischen mich und alles andere bringen kann, ich liebe, wie mein Körper sich in den gelbweißen Metallrahmen einfügt, eingespannt zwischen Lenker und Pedalen, bis ich mit dem Rad eine Maschine bilde, die beide vorwärtsträgt, angetrieben von meinem Atem, meinem Puls, aber auch meinem Willen.

Ich war glücklich am Freitag unter all den Menschen und heute, ganz allein mit dem Rad und der Sonne, so glücklich, dass es nicht zu fassen ist, und es muss schon sehr lange her sein, seit ich mich das letzte Mal so gefühlt habe.

27.6.10 16:36


Sometimes you get nowhere

Ich hab so Durst. Die Nacht ruft, ruft, ruft nach mir, duftet wie die Antwort auf etwas, das irgendwo in mir aufgewacht ist, und heute ist dieses in mir nicht groß genug, und was immer dort drinnen jetzt wach ist, ist so rastlos, zieht zu enge Kreise, findet keine Ruhe, keinen Ausweg, kein Ziel, will - sehr viel, und etwas anderes und vor allen Dingen da heraus, aber dafür bin ich zu erschöpft, schlafe ein mit dieser Unruhe im Herzen, dem Gefühl von etwas, das fehlt oder zu viel ist oder zu oft aufgeschoben wurde - und dem Gefühl, in dieser milden, atmenden, weichen Nacht der einzige Mensch zu sein, der sie sieht und fühlt und riecht. Wo ist denn noch jemand!

24.6.10 22:52


The boy next door

Ich möchte einen so zärtlichen Eintrag an die Welt schreiben, an den stillen Abend in den ausgestorbenen Straßen, an das späte Licht auf dem noch jungen Korn, die goldenen Flecke auf der Straße, den Duft nach frischem Heu, die weiche Luft, die immer noch warm ist von einem ungestümen Frühsommertag.
23.6.10 23:48


Statusbericht

Also so hab ich mich noch nie gefühlt. So beschissen! Will heißen, rein körperlich, und das muss irgendwie mit der Präsentation zusammenhängen, an der ich seit einer Woche sitze, weil sowas hab ich auch noch nie gemacht. Ich weiß aber nicht, wie das genau zusammenhängt, weil ich keine Ahnung habe, wieso die Vorbereitung einer Präsentation sich dergestalt auswirkt, dass mir dauernd die Daumen einschlafen (machen die echt! warum machen die das?), meine Knie höllisch steif sind, meine Ellbogen irgendwie auch und meine Knöchel sowieso, eigentlich alle Gelenke, die sich an irgendwelchen Stellen in meinem Körper befinden, meine Wirbelsäule sich völlig verbogen anfühlt, und meine Schultern waren auch schonmal beweglicher, meinen Kopf konnt ich vor ner Woche noch nach zwei Seiten drehen, und meine Handgelenke haben da auch noch nicht bei jeder Bewegung so geknackt. Und meine Hüften fühlen sich an wie zwei große blaue Flecke, dabei sind sie gar nicht blau - eh, ich steige Treppen wie ne Siebzigjährige, das ist überhaupt nicht lustig und kann überhaupt nicht so bleiben - ist das widerlich, verdammt!
21.6.10 11:54


Volando

Wird schon. Kann ich schon. Irgendwie. Letztendlich muss es gar nicht so viel hergeben, und "gar nicht so viel" ist gar nicht so schwer. Und bald ist alles vorbei, fürs erste jedenfalls, und grade ist niemand im Haus - it's oh so still - und da war dieser Artikel über Nicolas Berggruen in der Zeitung, und ich will später auch sowas machen - Artikel über Leute schreiben, die kleine Mädchen dazu bringen, alle Ideen und Träume auf einmal wieder auszugraben, den Artikel auszuschneiden und sich vorzunehmen, die Welt ein einziges Mal zum Zuhören zu zwingen.

 

19.6.10 11:27


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]


Gratis bloggen bei
myblog.de