Who knows? Not me.

Ich weiß nicht, warum es tausend neue Fragen aufwirft, wenn diese eine beantwortet ist, vielleicht, weil die Antwort so unerwartet war, vielleicht, weil solche Fragen überhaupt keine endgültigen Antworten haben, vielleicht, weil ich mir zu viele Gedanken mache, vielleicht, weil ich mich so leicht an die schmalen Einssiebzig mit der beeindruckenden Persönlichkeit gewöhnt habe, vielleicht, weil ich jetzt schon Sachen wissen möchte, die wirklich nur die Zeit zeigen kann, vielleicht, weil -

aber! Da ist noch so viel anderes, ohne Fragen.

25.7.10 11:25


Por la noche

Grade ist es so:

Ich weiß nicht, wie du aussiehst, wenn du lachst; dieses Blog hinschmeißen will ich immer noch nicht; in einen Zeitungsartikel dürfen keine Strichpunkte, dabei lieb ich die; in drei Tagen werden zwei Personen auf dieser Erde um einiges schlauer sein; und vielleicht habe ich heute den Jungen mit den grünen Augen zum letzten Mal gesehen, das wäre immerhin möglich und sogar einigermaßen wahrscheinlich, und bei all der Entfernung zwischen uns ist das dennoch eine merkwürdige Sache. Ich hab mich fünf Jahre lang an ihn gewöhnt, ich kenn ihn so gut, ich kann auf jeden Druck seiner Hand, jede Bewegung seines Armes, jedes Zögern, jede Andeutung eines Schritts, jede Muskelanspannung reagieren, wir sind ein so hermetisches Ganzes geworden in all der Zeit - aber vermissen werd ich ihn nicht, und das ist die traurige Wahrheit. (Und wenn doch, dann nur selten.)

Ansonsten glaube ich, dass diese Sache mit dem Journalismus ein bisschen brotlos ist und ein elender Bürojob; aber ein Bürojob mit Unterbrechungen und einer, den ich mir vorstellen kann, jedenfalls denk ich das nach einer Woche Praktikum.

Und in drei Tagen, so kurz nur noch, mind you!, hab ich eine lange Fahrt wahrscheinlich schon hinter mir, was das Ende von mehreren Stunden Bauchweh und den Anfang von weißderTeufelwas bedeutet.

Und der gestrige Abend war so unwirklich, so traum- und alptraumhaft, so blind hab ich ihn durchlebt, dass er mir heute erst spät wieder einfällt und ich ganz überrascht bin, als ich denke: da war der See unter dem wolkigen Himmel, das warme Wasser, die Stimmen am Ufer, über mir Grau, Gold und Weiß, den ganzen See durchschwommen, um eine Taubheit zu durchbrechen, die sich nicht abschütteln lässt, dafür zu viele Menschen; und dann später das Gewitter, der plötzliche Wind, der Regen, der in dem Moment einsetzt, in dem ich auf die Straße nach Hause einbiege, als hätte er nur für mich noch ein paar Minuten gewartet.

15.7.10 22:54


Cela m'énerve.

(Der Titel mit innerlichen Grüßen an Sébastien, den nicht ganz so bezaubernden Freund des sehr wohl bezaubernden Hervé.)

Hier lesen zu viele Leute mit, drei nämlich, und ich hätte gerne, dass es wie in guten alten Zeiten wieder zwei weniger sind, und mit "Leute" meine ich Leute, mit denen ich auch abgesehen von ein paar Blogkommentaren was zu tun habe - da ich aber dieses Blog eigentlich ganz gerne mag und sowieso nicht einsehe, dass ich schon wieder umziehen soll, hab ich mich im Moment für ein halblebiges Mittelding entschieden, nämlich schreiben, ohne was zu sagen, oder viele Dinge gar nicht schreiben, und das fällt mir gewaltig auf die Nerven und eigentlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich doch von hier verschwinde. Obwohl ich ja nicht will, verdammt!

12.7.10 17:24


Run for the Shadows!

Wenn ich nachts barfuß nach Hause laufe über die rauhen Straßen, weil ich Blasen von den Sandalen habe, und jeden Schritt verfluche, und jede Sekunde dieses Abends und aber auch verdammt nochmal alles, was ich getan, und noch viel mehr, was ich nicht getan habe, dann fällt mir Wort für Wort ein Text dazu ein, und auch, wenn ich über den Flohmarkt laufe und hinterher bei Subway einen wahren Engel treffe und mit knurrendem Magen in der Hitze den Bahnhof suche und jeden Weg zweimal laufen muss, weil ich mich verirre, aber hinterher, wenn ich mich hinsetze zum Schreiben, ist es für jeden Buchstaben zu heiß.
10.7.10 18:16


(Note: Aber ich weiß ja, es wird nicht so bleiben, weil es nie einfach nur gut bleibt, und weil es nur schon so lange so gut ist, weil ich so wenig Menschen um mich herum habe und deshalb so wenig Hürden und Herausforderungen; ich weiß ja, sobald ich mich in irgendeinem Regelwerk zurechtzufinden habe und mein Zahnrad darin stellen muss, wird alles wieder anfangen, werd ich wieder auf die Schnauze fallen, wieder gegen die selbe Mauer rennen, always crashin' in the same car, und genaugenommen find ich das jetzt schon zum Kotzen. Obwohl das eindeutig ein bisschen zu früh ist.)
8.7.10 22:34


Sommer

Mein Herz ist ein Vogel und sitzt auf dem höchsten Ast der Welt und schreit dort aus voller Kehle ein Lied, das schöner nicht sein könnte, dabei hört es wohl gar niemand; aber das weiß er nicht, was er weiß, ist, dass er singen muss, singen, wie der blaue Himmel brennt, wie das Leben jetzt duftet, wie die ganze Welt schwingt und atmet, und ganz allein dort auf dem Zweig, der dem Himmel am nächsten ist, klammert mein Vogel sich fest und zündet mit seinem Lied den Sommer an.
6.7.10 10:35


Start a fire

I ain't nothing but tired, man I'm just tired and bored with myself -
Hey there baby, I could use just a little help:
You can't start a fire, you can't start a fire without a spark;
This gun's for hire even if we're just dancing in the dark.
 
(Bruce Springsteen)
 
Das sagt Springsteen, und ist ja nicht so, dass ich dieses Gefühl nicht kennen würde, ich kenn's ja, ich kenn's ja, nur zu gut, aber diesen Sommer ist alles anders, diesen Sommer brauch ich überhaupt niemand, diesmal bin ich mein eigener Funke und ich brenne, seit dem Frühling brenn ich, stetig, hoch, hell, und es ist nicht dancing in the dark, sondern laufen durch das Licht dieser heißen blauen Sommertage.
 
(Ohne verbrennen - brennend, aber nicht verzehrt, Brecht.)
2.7.10 20:24


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